Liebe Leserinnen und Leser,

Weiter gehts mit unserer Interviewreihe über die Neuzugänge, Trainer und Personen hinter den Kulissen.

Eine Person, mit der wir schon von Anfang an ein Interview machen wollten, ist diese Woche endlich auch an der Reihe. Natürlich geht es um unseren ersten Herrentrainer und Mannschaftsverantwortlichen Helmut. Wie er Trainer in unserer Mannschaft wurde, und was er sonst noch alles Interessantes über die Vergangenheit und Gegenwart der Handballmannschaft zu erzählen hat verrät er uns im Interview.

In diesem Sinne wünschen wir ihnen ein schönes Pfingstwochenende und viel Spaß beim Lesen.


20.05.2021 - Interview Helmut Hofmann


Mein Name ist Helmut Hofmann, ich lebe seit 12 Jahren in Neckarsteinach und bin Handballtrainer der 2. Herrenmannschaft. Früher habe ich selbst Handball gespielt und bin 1975 nach dem Sieg über die Mannschaft aus Kiel sogar deutscher Meister in Berlin geworden.

Wie kamst du zum Handball in Neckarsteinach?

Angefangen in Neckarsteinach das Training zu leiten habe ich, nachdem meine Vorgängerin Pia Brandmeier aufgehört hatte, die damalige A-Jugend zu trainieren. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich übergangsmäßig das Training der Mannschaft übernehmen kann. Zu der Zeit trainierte ich auch die Mannschaft in Ziegelhausen, die damals in der Badenliga spielte, welche zu der Zeit noch Oberliga genannt wurde. Trotzdem habe ich für eine Weile in Neckarsteinach das Training übernommen und war Mannschaftsverantwortlicher, bis Hans-Peter Grieß die Mannschaft übernahm und die Jungs für 2-3 Jahre trainierte. Vielleicht habe ich die Mannschaft auch übernommen, weil ich von ihr fasziniert war. Die Mannschaft belegte damals den letzten Platz in der untersten Liga, hatte aber individuell sehr gute und sehr motivierte Spieler, daher wollte ich wissen, was das Problem war. Dann kam Steffen Hahn nach Neckarsteinach, hat das Training der Jugendmannschaften übernommen und ich für ein Jahr wieder das der Herrenmannschaft. Mein Nachfolger in Ziegelhausen war dann übrigens Hans-Peter Grieß.

In dem Jahr, in dem ich die erste Herrenmannschaft trainierte; das war 2016; sind wir auch Meister der Liga geworden. 2017 wurde dann aus der damaligen A-Jugend unsere Zweite Herrenmannschaft, bei der ich dann das Training übernahm und sie auch bis heute trainiere.

Was begeistert dich am Handball?

Am meisten begeistert mich der Zusammenhalt und die Gemeinschaft innerhalb einer Mannschaft. Es ist auch immer wieder erstaunlich und schön anzusehen, wie man fast unabgesprochen auch sehr komplexe Spielzüge fehlerfrei vollführt und gemeinsam gewinnt.

Wie bist du zum Handball gekommen?

 Angefangen selbst Handball zu spielen habe ich schon von klein auf, mein Vater war auch ein erfolgreicher Bundesligaspieler und hat mich oft zu seinen Spielen mitgenommen. Auch wenn ich eigene Spiele hatte, war er meistens dabei und selbst als ich Trainer geworden bin, hat er mich unterstützt und mir geholfen.

Welchen Trainer würdest du als Vorbild betrachten?

Als Vorbild könnte man vielleicht Michael Roth sehen. Mit ihm habe ich mich viel ausgetauscht und besprochen. Er hat zuletzt die Füchse Berlin trainiert und ist seit letztem Jahr Trainer der Nationalmannschaft in Bahrain.

Durch den Regen Austausch und die Zeit bei verschiedenen Mannschaften habe ich viel Erfahrung sammeln können und mir meinen eigenen Stil als Trainer erarbeiten können.

Wie bist du dazu gekommen, Trainer zu werden?

Die erste Mannschaft habe ich mit 25 Jahren in Heddesheim trainiert. Danach war ich Trainer in Steinsfurt, st-Leon-Rot und danach in Ziegelhausen. So habe ich über 30 Jahre hinweg verschiedene Mannschaften trainiert und ihnen zum Aufstieg in verschiedene Liegen verholfen.

Was würdest du als die größte Herausforderung für angehende Jugendtrainer nennen? Vielleicht auch eine, die du in deiner Trainerkarriere schon gemeistert hast?

Als Trainer muss man viel vorzeigen und auch vorleben, man muss zeigen, dass es nicht so schwer ist zu jedem Training zu erscheinen, auch wenn man zuerst nicht motiviert ist. Man muss seine Mannschaft für den Sport begeistern können, und sie dazu bringen auf einen zu hören. Auch muss man für einen guten Mannschaftszusammenhalt sorgen, damit alle Spaß am Handball haben können.

Welche Eigenschaften sollten deine Spieler mitbringen - und was möchtest du vermitteln?

Zuallererst muss man die Sportart spielen wollen. d.H. man sollte sich darauf einlassen und wissen, dass es erstmal, wie viele andere Aktivitäten auch, an erster Stelle eine Sportart ist. Man muss, um fit zu bleiben, mehrmals die Woche mit der Mannschaft trainieren und auch bereit sein an Tagen, an denen man nicht so motiviert ist, trotzdem zum Training zu gehen und die anderen nicht im Stich zu lassen. Meistens kommt die Motivation aber von ganz allein, oft schon, sobald man sich wieder mit seinen Mannschaftskameraden trifft, die einen herzlich begrüßen.

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach aber Menschlichkeit, man spielt immerhin in einer Mannschaft mit und gegen andere Personen, die auch ihr Bestes geben und auch gewinnen wollen. Bei einer Sportart wie Handball, die einen sehr schnellen Spielfluss hat muss man besonders zusammenhalten und miteinander kommunizieren, schließlich ist es auch ein Mannschaftssport.

Natürlich ist Talent immer hilfreich, Spaß am Spiel und gewinnen gibt es aber beim Handball aber nur gemeinsam.

Erzähl uns doch mal was das Stadtbistro mit dem Handball in Neckarsteinach verbindet.

Aus diesen Gründen war es auch immer am schönsten, wenn man nach einem spannenden Spiel noch mit der Mannschaft zusammen im Klubhaus; im Stadtbistro in Neckarsteinach ; zusammen etwas trinken und über das Spiel reden konnte. So konnte man sich, selbst wenn man nicht gerade trainierte, weiterentwickeln und mit den anderen aus der Mannschaft sowie den Trainern auf eine Wellenlänge Kommen. Auch konnte man gemütlich und gesellig zusammensitzen und in ruhigem Ambiente Vorstands- und Vereins--Sitzungen abhalten.

Wie sieht es momentan aus?

Aufgrund der aktuellen Situation mussten wir leider umdenken. Durch die; auch sehr wichtigen; Maßnahmen hatte das Stadtbistro lange Zeit geschlossen und nachdem mich meine 2 Töchter auf die Idee gebracht hatten beschlossen wir einen Hofladen zu eröffnen. Das hat zum einen auch den Vorteil, dass man nicht mehr, bis ein oder zwei Uhr nachts hinter dem Tresen stehen muss, aber der Hauptgrund war schlichtweg die Nachfrage.

Als Barmann und Trainer in einer Mannschaft bekommt man ja so einiges mit, und nachdem der alte Hofladen in Neckarsteinach vor Jahren schließen musste, vermissten viele das Angebot.

Das Ambiente für die Handballer bleibt natürlich erhalten aber im Großen und Ganzen ist das alte Stadtbistro jetzt ein neuer und frischer Hofladen.

Trotzdem freuen wir uns darauf hoffentlich bald wieder mit der Mannschaft zusammenzusitzen, und über alte und neue Geschichten reden und Lachen zu können.

Vielen Dank fürs Lesen des Interviews

Wir hoffen sie bald auch wieder persönlich bei uns begrüßen zu dürfen. Bleiben Sie gesund und bis bald.

Ihr Orgateam der Handballmannschaft des TB04 Neckarsteinach